Firma
GEGRÜNDET
AM 1.1.1977
Während der
Ferien im Thüringischen erfüllte sich der Schüler
Andreas Kindheitsträume. Alte Gemäuer übten auf
ihn eine magische Anziehungskraft aus , so daß er sich sogar
in einer alten Ruine einnisten wollte. Mit Wurfharken und Seil
erkundete er mit Freunden die Geheimnisse alter Ruinen. Diese
Zeiten sind vorbei und aus dem Träumer wurde ein Schmied
der sich tagein, tagaus mit eisenharten Sachen , den Problemen
des Alltags abgibt und dennoch über Fantasie verfügt.
Die Mischung aus Romantik und Pragmatismus war und ist bis heute
die Kraft, sich im Beruf, wie im Privaten für den Erhalt
von Historischem und die Pflege von Tradition einzusetzen.
"Ein Schmied muß alles können und den Blick offen
halten, für Dinge die unseren Altvorderen nützlich waren".
Nach dem frühen Tod meines
Vaters begann ich mich spielerisch mit dem Verformen von Eisen
zu beschäftigen. In einem Heizungskeller schmiedete ich mit
14 Jahren auf eim Stück Eisenbahnschiene meine ersten Türbeschläge.
Nach einer Grundausbildung im Metallhandwerk einer Leipziger PGH
eignete ich mir das nötige Rüstzeug im Schmiedehandwerk
autodidaktisch an. Bereits während meiner Lehrzeit belegte
ich Kurse an der Volkshochschule in Stilkunde, Kunstgeschichte
und Naturstudium. Mein Gesellenstück brachte mir eine Auszeichnungsreise
der Handwerkskammer Leipzig nach Danzig ein. Während meiner
Armeezeit in Eilenburg arbeitete ich als Kunstschmied und Waffenmeister.
1972 gründete ich mit einigen Kollegen die Kunstschmiedeabteilung
in der Leipziger KUBAU. Nach der vorzeitigen Zulassung zum Meisterstudium
1973 schloß ich dasselbe 1976 mit Auszeichnung ab. Nach
der Erscheinung des Gesetzes zur Förderung des Handwerks
im Sommer 1976, damit beendete die DDR Regierung ihre Verstaatlichungsaktion
und systhematische Vernichtung des Handwerks, war ich einer der
ersten 3 Antragsteller für einen Gewerbeschein im Metall-
und Schmiedehandwerk im Raum Leipzig.
In den hist. Mauern des ehemaligen Kirchschullehen Baalsdorf gründete
ich im Herbst meine Kunstschmiede und eröffnete diese am
1.1.1977. STAATL. ANERKENNUNG
ALS KUNSTHANDWERKER
Ab 1979 mit einem Gesellen und einem Lehrling arbeiteten
wir bereits an vielen hist. Objekten, wie Altes Rathaus Lpz.,
Fronfeste Oschatz usw. .
Aber auch das Fernsehstudio Halle endeckte uns für dir Fertigung
moderner Bühnengestaltung. Individuelle Spezialleistungen
im Denkmalbereich, die Zusammenarbeit mit bildenden Künstlern,
sowie häufige Präsentation des Handwerks in der Öffentlichkeit,
war wohl der Grund, daß man mich ermutigte mich für
die staatliche Anerkennung als Kunsthandwerker zu bewerben. Nach
eingehender Prüfung durch den Kunstbeirat wurde mir am 1.4.1979
die Anerkennung als Kunsthandwerker durch das Ministerium für
Kultur zuerkannt.
AUSSTELLUNGEN
Von 1980 bis 1989 führte ich verschiedene Einzelaustellungen
durch und beteiligte mich an überegionalen Ausstellungen
des Kunsthand-werkverbandes.
DIE WENDE
1989 kam die politische Wende und damit auch ein
tiefer Einschnitt in die Firmengeschichte. 1989 mit 2 Gesellen,
1 Lehrling und der sogenannten mithelfenden Ehefrau war die Höchstgrenze
der zugelassenen Beschäftigung zu DDR - Zeiten erreicht.
Bei prall gefüllten Auftragsbüchern , Lieferzeiten von
3 Jahren , aber notorischem Material - und Werkzeugmangel und
einem 34 Jahre alten Lieferwagen kam der Einschnitt. Die politische
Wende hatte plötzlich alle öffentlichen Vertragspartner
und Auftraggeber weggespült. Arbeiten , die sich mitten in
der Realisierung befanden , z.B. BV Schloß Colditz, wurden
eingestellt. Privatkunden hielten ihr Geld zusammen , kurzum keiner
wollte mehr etwas von einem. Innerhalb von 8 Wochen waren wir
ohne Arbeit. Viele Kunsthandwerker , vor allem Ältere verkrafteten
die Umstellung nicht, lösten ihren Betrieb auf ,oder suchten
ihr Glück plötzlich als Versicherungsvertreter oder
im Quelleladen.
Wir nahmen unsere Feldschmiede und boten unsere Leistungen und
Produkte mit unterschiedlichem Erfolg in Niedersachsen und am
Rhein an. In Bonn erhielten wir von einem Bauträger die ersten
Aufträge im individuellen Schmiedebereich. Ich machte meine
ersten beruflichen Erfahrungen in dem anderen Teil Deutschlands
und mußte feststellen: wir waren mit unserem Können
nicht schlechter, vielleicht sogar in Manchem besser. Uns fehlte
nur das Know-how .
1991 organisierten 7 Leipziger Kunsthandwerker und ich einen Gemeinschaftsstand
auf der Handwerksmesse in Koblenz. Diese brachte uns den Neuanfang,
Aufträge und fruchtbare Kontakte nach Frankreich und der
Schweiz.
DER WIRTSCHAFTLICHE
AUFSCHWUNG
Ab 1992 kam der heimische Markt wieder in Bewegung
und wir erhielten interessante Aufträge im Denkmalbereich
in Leipzig, Dresden, Berlin, Magdeburg und vielen anderen Orten.
Herrausragend war dabei die Rekonstruktion des Messehauses "Specks
Hof" von 1993 - 96. Hier waren wir mit der Bergung aller,
unter Denkmalschutz stehender Teile, deren Restaurierung und Wiedereinbau
betraut. Für die Gesamtleistung erhielten wir den Denkmalpreis
1996 (1. Platz).
1994 erweiterten wir die Werkstatt, um für die nun 4 Gesellen,
2 Lehrlinge, einen Meister und eine Bürokraft vernünftige
Verhältnisse zu schaffen.
Die 2. große Auszeichnung im Denkmalbereich erhielten wir
für die Instandsetzung, des vor dem Verfall bedrohten Rosentaltores
/Säule, den Denkmalpreis 2000 (2. Platz) .
2000 – 2002 führten wir die Restaurierungs –u. Instandsetzungsarbeiten aller Gitter und Tore des Bundesverwaltungsgerichtes (ehemaliges Reichsgericht) durch. Für diese herausragende, umfangreiche Leistung erhielten wir den Denkmalpreis 2002 (2.Platz).
Herausragende Leistungen von 2002 – 2005 waren die Neuanfertigung des grünen Tores am Dresdner Schloß, die umfangreichen Arbeiten an der Albrechtsburg Meißen und Schloß Pillnitz und die Restaurierung der Barocktore für die ständige Ausstellung des Museums für Kunsthandwerk der Stadt Leipzig.
Eine herausragende Arbeit für uns war auch die Restaurierung der mittelalterlichen Chorgitter der Stadtkirche Luckau, sowie die Arbeiten an den historischen Kirchenfenstern und den Eingangsportalen.
2006 erhielten wir einen größeren Auftrag aus den USA.
Die Neuanfertigung von großen Toren und Gittern im Neogotischen Stil.
Im Januar 2007 erhielten wir den Auftrag zur Restaurierung der ca. 40 großen Metallfenster der Domkirche von Oslo
NEUE WEGE
Durch die Zusammenarbeit mit dem Popkünstler
Michael Fischer -Art
(www.fischer-art.de) wurde ich wieder, auf bereits verfolgte Wege,
zurückgebracht. Die Zusammenarbeit brachte eine ganze Reihe
von modernen Metallplastiken aus Edelstahl hervor, herausragend
die Brunnenanlage in Frankfurt/Oder und Mönchengladbach.
Die Zusammenarbeit inspirierte mich zur Fertigung von Kunstbetten
und funktionalen Stahlbüromöbeln mit einer völlig
neuen versiegelten angerosteten Oberfläche.
TRADITION
Traditionspflege ist aber nicht nur die Restaurierung
alter Zeitzeugen, sondern auch die Weitergabe von Wissen und Technologie.
So wurden von mir in den vergangen 30 Jahren 12 Lehrlinge zum Metallbauer in Fachrichtung Metallgestaltung ausgebildet. Zwei davon haben sich zum Meister
qualifiziert und selbständig gemacht.
Ab 1991 erlernte Claudia Althammer den Beruf des Metallgestalters und wurde nach mehreren Auslandsaufenthalten Gesellin im Familienbetrieb.
Auf der Handwerksmesse in Koblenz lernte sie ihren jetzigen Mann, den Steinsetzmeister Volker Süßmeyer, kennen und stand damit der Baalsdorfer Schmiede nur noch sehr eingeschränkt zur Verfügung.
Ab 2001 erlernte nun auch Elisabeth Althammer, nach ihrem Abitur und einjährigem Schulaufenthalt in Frankreich und Irland, den Beruf des Metallgestalters.
Seit 2005 ist Elisabeth als Gesellin im väterlichen Betrieb tätig und in die Betriebsleitung mit eingebunden. Sie war seit dieser Zeit an bedeutenden Aufträgen, wie Bundesverwaltungsgericht, Dresdner Schloß, Albrechts-burg Meißen und USA, beteiligt.
Zurzeit arbeitet sie mit an einem großen Restaurierungsauftrag an der Domkirche Oslo.
Zur Tradition muß noch genannt werden, daß wir die
einzige funktionierende mobile hist. sächsische Feldschmiede
nach den Plänen von 1791 rekonstruiert haben, Es ist ein
5 m langer Schmiedewagen, an dem wir in traditioneller Weise und
Kleidung das Handwerk aus dieser Zeit präsentieren.
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